Ein ehrenwerter Richter:

Kinderpornografie: Gerichtspräsident unter Verdacht

Schwerer Verdacht gegen den Präsidenten des Verwaltungsgerichts Kassel: Auf dem Computer des Juristen sind laut Staatsanwaltschaft Marburg kinderpornografische Bilder entdeckt worden. Gegenwärtig ist der Mann »dienstunfähig erkrankt«.
 
Die Staatsanwaltschaft Marburg bestätigte am Mittwoch Ermittlungen gegen den 54 Jahre alten Johannes R., der sich zu den Vorwürfen bereits geäußert habe.
 

Langwieriges Verfahren erwartet

Johannes R. ist seit Dezember Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel und war davor als Vizepräsident des Gießener Verwaltungsgerichts tätig. Der Wetzlarer Neuen Zeitung zufolge soll der in Marburg lebende R. rund 1.000 Kinderpornos aus dem Internet auf seinen Computer geladen haben. Eine Zahl, die Justizsprecherin Annemarie Wied nicht bestätigen wollte: Es sei noch Gegenstand der Ermittlungen, ob alle vorgefundenen Bilder einen Straftatbestand erfüllen. Aus diesem Grund werde sich das Verfahren voraussichtlich in die Länge ziehen.

Auf die Spur des Juristen kamen die Ermittler nach einem Hinweis der Staatsanwaltschaft Cottbus. Im Zuge der Nachforschungen sollen bei einer Durchsuchung bei dem 54-Jährigen Computer und Datenträger sichergestellt worden sein.
 

Dienstunfähig erkrankt

Hessens Justizminister Jürgen Banzer (CDU) hat beim Richterdienstgericht mittlerweile beantragt, dem Gerichtspräsidenten vorläufig die Führung seiner Amtsgeschäfte zu untersagen und ihn in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Gegenwärtig sei der Mann dienstunfähig erkrankt, berichtete Ministeriumssprecherin Nicole Demme. Abhängig vom Strafverfahren werde sich ein Disziplinarverfahren anschließen.

Quelle: www.hr-online.de vom 18. Oktober 2006


Anmerkung: Wie unlängst zu lesen war, beabsichtigt die ermittelnde Staatsanwaltschaft den Ex-Richter mittels Strafbefehl zu neun Monaten Haft auf Bewährung zu verurteilen. Bei einem solchen Handeln würde kein Strafprozess stattfinden. Aussage der Staatsanwaltschaft: »Es ist keine Sonderbehandlung, sondern ein allgemein übliches Verfahren.« Keine weiteren Worte!

Olaf Tannenberg
für die Initiative USER HELFEN
am 11. Januar 2007


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